Heilpädagogische Schule-

Förderschule mit dem Schwerpunkt sozial- emotionale Entwicklung

in den Bildungsgängen Grund- und Hauptschule & Förderschwerpunkt Lernen

null

Uns als Einrichtung in den unterschiedlichen Teilbereichen der Kinder- und Jugendhilfe werden im Rahmen der alltäglichen Arbeit immer wieder die Problemfelder, aber auch Möglichkeiten in Bezug auf die Schnittstelle „Schule/ Bildung“ deutlich.

Im Laufe der letzten Jahre reifte so in uns der Gedanke diesem Bedarf gerecht werden zu wollen und zu können, in dem wir unsere einrichtungsinternen Ressourcen nutzen und ausbauen wollen, um selbst ein adäquates Schulangebot für Kinder und Jugendliche mit sozial- emotionalem Förderbedarf machen zu können.

Diese langjährigen, aber auch aktuellen Erfahrungen geben uns immer wieder Anlass zu Reflektion und Austausch in unseren multiprofessionellen Teams. Es besteht Konsens darüber, dass Schule im Umgang mit Kindern und Jugendlichen, welche massive Einschränkungen in ihrer sozial- emotionalen Erlebniswelt (in der Regel geprägt durch negative Erfahrungen) mit sich bringen, nicht statisch und starr sein darf.

Wir benötigen eine Schule, welche einerseits individuell und flexibel auf die Stärken und Schwächen der Kinder eingehen kann, andererseits aber auch Anpassung an die Werte und Normen unserer Gesellschaft von den Schülern fordert und fördert.

Im öffentlichen Schulsystem bleibt aufgrund von Schulgröße, Schüleranzahl und dem zu erfüllenden Lehrplan häufig wenig Zeit, um dem speziellen Bedürfnisprofil des Einzelnen Rechnung zu tragen. Ein Zusammenspiel aus lehrender, (heil-)pädagogischer und therapeutischer Berufsgruppen ist eine unbezahlbare Utopie.

Was braucht es, um gut lernen zu können, überhaupt Wissen aufnehmen zu können?

Als Lösung sehen wir weniger den Aspekt der möglichen Sanktionen, sondern eher die Hypothese, dass Erziehung, Lehren und Lernen nur mit Beziehung und Bindung für alle Seiten gewinnbringend funktionieren kann. Für ein günstiges Lernklima setzen wir beidseitig Wertschätzung, Respekt und Empathie voraus.

Wir wünschen uns ein Konzept, in dem parallel zum alltäglichen Lernen und Leisten auch ein Kennenlernen und Diagnostizieren (Förder- Diagnostik) stattfindet. Möglichst sollen die nötigen daraus deutlich werdenden weiterführenden Hilfen genau dort einsetzen, wo Defizite spürbar werden und Unterstützung nötig ist. ( „Hallo Herr Lehrer“)

Nur wenn ich als Lehrender weiß, warum bestimmtes Verhalten gezeigt wird, und wenn ich genau abgrenzen kann, ob es am „Wollen oder Können“ liegt, kann ich auch die geeigneten Lösungsansätze entwickeln und Methoden oder Therapien einsetzen, um das Lernziel zu erreichen.

Ein tägliches Abarbeiten und Aufreiben an Defiziten bringt für alle Beteiligten nur Ärger, Stress, Enttäuschung und zusätzlichen Druck für die Schüler*innen. Häufig befinden sich gerade Kinder mit sozial- emotionalem Förderbedarf bereits in der zweiten oder dritten Runde des „Teufelskreises“. Damit ist der Rucksack der persönlichen Enttäuschung bereits schon so voll und schwer, dass an Kompetenzzuwachs gar nicht mehr zu denken ist. Wie soll sich auf das Einmaleins und Grammatik konzentriert werden, wenn die täglichen Grundbedürfnisse nicht gestillt werden können? Im permanenten „Überlebenskampf“ kann kein Gehirn neue günstige Impulse aufnehmen.

Die Problemfelder der einzelnen Schüler*innen sind häufig so breitgefächert und multidimensional, dass es bei genauem Betrachten kein Wunder ist, wenn Aggressionen, Wutanfälle, Verweigerung, Delinquenz, Gewalt oder einfach nur frustriertes Aufgeben die Folgen sind.

Anstelle dessen sollte eher über die Be- und Aufarbeitung des Erlebten, der Schaffung günstiger Rahmen- und Lernbedingungen und des Aufbaus eines gesunden Selbstwertgefühls durch die Schaffung von Erfolgserlebnissen gearbeitet werden. Therapien, welche nötig sind, um überhaupt Lernvoraussetzungen zu schaffen sollen nicht zusätzlich nach der Schule, sondern in die Schulzeit integriert werden. Neurodidaktische aktuelle Ansätze wollen entwickelt und gelebt werden.

Nun zum Schuljahr 2023/24 kann dieses neue Abenteuer endlich beginnen. Wir freuen uns und sind gespannt auf die neuen Erfahrungen!

 „Testament“- Sarah Lesch

Baustellenfotos der entstehenden Räumlichkeiten